Gesamtdruck 300DPIIm dritten Beitrag der Serie zur Auflösung im Inkjetdruck, werden die Testdateien und die Ergebnisse besprochen.

Die Wahl zur Testdatei fiel auf eine Aufnahme von einem Maschinenteil, das mit einer Canon EOS-R vom Stativ aufgenommen wurde. Das dazu verwendete Canon RF f4. 24-105 liefert nicht nur eine vorzügliche Auflösung, sondern ist auch in der Lage, feinste Mikrokontraste abzubilden. Die Canon-EOS-R liefert Daten bis zu Kantenlängen von 6720px x 4480px, aus der sich die maximale Druckgröße, je nach Auflösung, ableiten lässt.

Anmerkung: Die Wahl auf die Datei einer Canon EOS-R, stellt keine Vorentscheidung zur Sensorgröße dar!


Rechenbeispiel: (6720 Pixel : 300 DPI) x 2,54 cm ergeben eine Kantenlänge von 56,9cm/300 DPI. Ein DIN A2 Druck könnte daher mit annähernd 300 DPI gedruckt werden.

Die Konvertierung der RAW-Dateien im TIFF-Format erfolgte in immer gleicher Größe, aber in unterschiedlicher Auflösung. Wenn eine Datei in immer gleicher Größe, aber in unterschiedlicher Auflösung gedruckt wird, bleibt das Druckausgabeformat konstant, doch dafür ändert sich die jeweilige Größe der Kantenlänge. So ergaben sich für unseren Versuch folgende Daten für eine Ausgabegröße von 40 cm x 26,7 cm :
2362 Pixel x 1575 Pixel, entsprechend 150 DPI
2835 Pixel x 1890 Pixel, entsprechend 180 DPI
3780 Pixel x 2520 Pixel, entsprechend 240 DPI
4724 Pixel x 3150 Pixel, entsprechend 300 DPI
6299 Pixel x 4199 Pixel, entsprechend 400 DPI

Alle Daten lagen in 16 Bit (14 Bit kameraseitig) und im Adobe RGB Farbraum vor. Als Drucker kamen die Canon Geräte IPF 6400, 8400 und PRO 1000 zum Einsatz. Als Medium diente das Canson Infinity  Photo Gloss RC 270gsm, welches mit der Treibereinstellung „Hochglanz II“, in der Qualitätsstufe höchst, bedruckt wurde.

Darüber hinaus wurden in dem Fachlabor Grieger in Düsseldorf auf einem Canon PRO 6000 Vergleichsdrucke angefertigt. Die Auswertung der Ausdrucke erfolgte zum einen ohne Hilfsmittel im doppelten Betrachtungsabstand der maximalen Kantenlänge der Drucke und zum anderen mit einer Lupe zur Vergrößerung von Details.

Sonnenuntergang Normandie
Für sanfte Übergänge und feinste Details bedarf es einer hohen Auflösung.


Das Ergebniss

Die Tendenz der Drucke ist eindeutig und unmissverständlich: Je höher die Auflösung der Datei, desto besser ist die Qualität des Bildes. Selbst zwischen 300 DPI und 400 DPI war noch ein Zuwachs an Auflösung sichtbar, auch wenn dieser nur sehr geringfügig ausfällt. Zur Auswertung anzumerken sei Folgendes: Die Unterschiede in der Auflösung waren mit dem bloßen Auge und aus einem normalen Betrachtungsabstand nicht beziehungsweise nur schwer zu erkennen!

Neben der besseren Auflösung ergaben sich jedoch weitere Erkenntnisse, die möglicherweise für den einen oder anderen noch interessanter sein könnten. Denn zum einen sind die Dichten in der höheren Auflösung größer und zum anderen haben Verläufe feinere und homogenere Übergänge. Insgesamt zeigen die Drucke mit höherer Auflösung sattere Tonwerte, sanftere Übergänge und überzeugen mit hoher Brillanz.


Fazit

Desto mehr Pixel ein Bild hat, desto besser ist die Abbildung dessen! Den genauen Sweetpoint universell zu benennen, ist jedoch nicht möglich, weil zu viele spezifische Parameter innerhalb eines Workflows in die Qualität eines Druckes einfließen.

Im vierten Teil wird auf den Betrachtungsabstand von Drucken und der Toleranz gegenüber minderer Auflösung und geringeren Dichten eingegangen.

Teil I

Teil II