"Schon seit meinen allerersten Nacht-Farbaufnahmen (1995) stellte sich die Frage der Wiedergabe der Bilder auf Papier. Ich habe alle Oberflächen ausprobiert, die Dynamik und Auflösung der RC-Träger war zufriedenstellend, aber mir schien das Ergebnis kalt und die Farbwiedergabe war nach wie vor nur annähernd. Der Druck bei der Herausgabe eines Buchs oder Katalogs war für mich befriedigender: die Einstellung der Farben, der Kontraste und vor allem die Auswahl des Papiers. Der Übergang zur Digitaltechnik (Aufnahmen und Abzüge) hat es mir erlaubt, mein Können in Sachen Wiedergabe zu erweitern. Vor allem wollte ich die Besonderheit des Trägers betonen, nämlich, dass es sich um einen Druck, nicht um einen Abzug auf einem photochemischen Träger handelte. Daher habe ich Feinkunst-Papiere gegenüber barytierten Papieren bevorzugt. Dann ging es darum, die beste Dynamik zu finden, ohne dabei die Sinnlichkeit des Papiers einzubüßen. Ich habe alle Oberflächen getestet. Ohne zu zögern habe ich mich für Rag photographique 310 g Canson® Infinity entschieden. Es ist glatt (ohne Struktureffekt), sehr Weiß (ohne Barytierung) und es gibt die Dichte der Farbtöne und ihre Subtilität sowie die Bildkontraste am besten wieder."

 

Michel Séméniako ist Nachtfotograf. In der Nacht erforscht er Raum und Modell, die er dann im farbigen Lichtbündel einer Taschenlampe aufnimmt. Die Formen sind real, mit der Beleuchtung schafft er Fiktion. So verwischt er die Grenzen zwischen Realität und Fantasie und lädt den Betrachter zu einer neuen Bekanntschaft mit dem Ort ein.

 

Michel Séméniako lebt und arbeitet in Vitry-sur-Seine. Nach seinem Studium in Soziologie stellt Michel Séméniako 1967 bis 1970 seine ersten Fotoserien aus. Nach einem Ausflug in die audiovisuelle Darstellung kehrt er 1979 zur Fotografie zurück und wird 1991 mit dem Preis "la villa Médicis hors les murs" ausgezeichnet. Ein Jahr später erhält er mit dem "Prix Nadar" seine nächste Auszeichnung.

 

1991 bis 2004 war er Mitglied der Agentur Métis und 1992 bis 2007 Dozent an der Fakultät für Kunst von Amiens.

 

Mehr dazu: www.michel-semeniako.com